Chirurgische Klinik München Bogenhausen

 

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Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie - Wirbelsäule

Wirbelsäuleneingriffe
Bandscheibenprothese
Spinalkanalstenose
Spinalkanalstenose - Lendenwirbelsäule
Traumatische Wirbelfraktur
Wirbelfraktur bei Osteoporose
Metastasen und Tumore der Wirbelsäule
Infektion der Wirbelsäule (Spondylitis, Diszitis)

Bandscheibenprothese

Wann besteht die Indikation für die Implantation einer Bandscheibenprothese?

Viele chronische Schmerzsyndrome der Hals- und Lendenwirbelsäule werden durch einen Verschleiss der Bandscheiben hervorgerufen.

Wenn bei einer solchen Bandscheibenveränderung ein Bandscheibenvorfall mit einer Einengung der Nervenwurzel aufgetreten ist, muss der Bandscheiben- vorfall mikroskopisch entfernt werden. Wenn aber die Höhenminderung der Bandscheibe im Vordergrund steht und die Beschwerden des Patienten eindeutig darauf zurückzuführen sind, kann die Implantation einer Band- scheibenprothese als Alternative zu einer Versteifungs-Operation sinnvoll sein.

Welche Vorteile bestehen bei der Bandscheiben-Prothese gegenüber der Versteifung?

Bei der Versorgung mit einer Bandscheiben-Prothese ist es das Ziel, die normale dynamische Funktion der Wirbelsäule wiederherzustellen oder zu erhalten, dadurch wird der Abnützung der Nachbarsegmente vorgebeugt.

Im Unterschied zu einer Versteifung muss keine Knochenverpflanzung durchgeführt werden. Zudem ist der Zugang für die Bandscheiben-Prothese von vorne an die Wirbelsäule viel weniger belastend als der von hinten, wie er für die Versteifung notwendig ist.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?

Vor der Indikationsstellung zu einer Bandscheibenprothese, muss eine ausführliche Diagnostik (Röntgen, CT, MRT) und eine differenzierte konservative Schmerzbehandlung erfolgt sein.

Welches Bandscheibenprothesenmodell wird verwendet?

An unserer Klinik wird an der Lendenwirbelsäule die Prodisc®-L Prothese, an der Halswirbelsäule die Prodisc®-H Prothese der Fa. SYNTHES implantiert.
Die Prothesen bestehen aus zwei Kobalt-Chrom-Molybdän-Platten, einer seit Jahren bewährten Metall-Legierung mit hoher Körperverträglichkeit, welche mit einer Titan-Legierung beschichtet sind, um das Einwachsen des Knochens an die Prothese zu ermöglichen. Ein zwischen den Platten befindlicher Kunststoffkern (Polyäthylen) gewährleistet die Beweglichkeit im Segment (Kugelgelenk-Prinzip).

Lendenwirbelsäule

Wie erfolgt die Operation an der Lendenwirbelsäule?

Bei der Operation wird in Rückenlage zwischen dem Nabel und dem Becken- knochen in der Mittellinie ein ca. 5 cm langer Hautschnitt angelegt. Unter Schonung der grossen Gefässe und der Nerven wird die Bandscheibe dar- gestellt und dann schrittweise entfernt.

Bei der Operation können kleinere Vorwölbungen der Bandscheibe oder den Knochens mit entfernt werden. Anschliessend wird der Bandscheibenraum auf seine ursprüngliche Höhe aufgespreizt und durch die Prothese ersetzt.

In den meisten Fällen wird eine Bandscheibenprothese implantiert, in geeigneten Fällen können auch zwei oder selten auch drei Prothesenimplantationen notwendig werden.

Wie wird der Patient nach einer Bandscheibenprothesen-Operation der LWS nachbehandelt?

Der Patient kann am 1. postoperativen Tag aufstehen, er benötigt kein Korsett oder Mieder. Der stationäre Aufenthalt dauert 5-10 Tage. Im Krankenhaus beginnt bereits die Physiotherapie, die dann ambulant für ca. sechs Wochen fortgesetzt werden muss.

Der Patient darf unmittelbar nach der Operation sitzen und gehen, nach der Entlassung darf er Auto- und Fahrradfahren. Nach 2 Monaten kann er wieder alle früheren, auch sportlichen Aktivitäten aufnehmen.

Halswirbelsäule

Wie erfolgt die Operation an der Halswirbelsäule?

Bei der Operation wird ein ca. 4 cm langer Schnitt so auf der linken Halsseite angelegt, dass später ein gutes kosmetisches Ergebnis erreicht wird. Unter Schonung von Nerven und Gefässen wird dann die abgenutzte Bandscheibe dargestellt und vollständig entfernt. Der Zwischenwirbelraum wird nun gespreizt und die Bandscheibenprothese eingesetzt.

Wie wird der Patient nach einer Bandscheibenprothesen-Operation der HWS nachbehandelt?

Der Patient verbringt eine Nacht auf der Überwachungsstation, er kann am nächsten Tag aufstehen, braucht keine Halskrause oder gar ein Korsett tragen und verlässt meist nach spätestens einer Woche das Krankenhaus.

Eine stationäre Reha-Behandlung ist fast nie notwendig, vielmehr findet anschließend an die Operation eine ambulante Krankengymnastik während 4-6 Wochen statt. Dann ist auch wieder die volle körperliche und sportliche Belastbarkeit erreicht.